Anhang 2

Die Prompt-Bibliothek

Alle sechzehn Prompts des Buches – dazu der KIntuition-Prompt aus Kapitel 12. Ein Klick auf Prompt kopieren — dann in dein KI-Werkzeug einfügen, die [PLATZHALTER] durch deine eigenen Angaben ersetzen, senden.

00

Auftakt

Der Selbsttest

Fünf Fragen, die zeigen, wo du KI über- oder unterschätzt.

Stelle mir fünf kurze Fragen, die zeigen, wo ich Künstliche Intelligenz über- oder unterschätze. Eine Frage nach der anderen, warte jeweils meine Antwort ab. Am Ende: deine ehrliche Einschätzung in drei Sätzen – wo liege ich richtig, wo täusche ich mich, was sollte ich als Erstes lernen?

Notiere dir das Ergebnis. Wenn du dieses Buch durchhast, machst du den Test erneut. Der Unterschied zwischen den beiden Antworten ist dein Fortschritt, in deinen eigenen Worten.

01

Kapitel 1

Der Kollegen-Test

Die Maschine erklärt sich selbst, auf Kaffeeküchen-Niveau, mit deinem Branchenbeispiel.

Erkläre mir, wie ein KI-Sprachmodell funktioniert – so, als würdest du es einem Kollegen in der Kaffeeküche erklären, der klug ist, aber keine Ahnung von Technik hat. Maximal 200 Wörter. Benutze ein Beispiel aus dem Berufsalltag einer [DEIN BERUF / DEINE BRANCHE]. Und nenne mir am Ende den einen Denkfehler, den Leute über KI am häufigsten machen.

Lies die Antwort und prüfe sie gegen Kapitel 1. Wenn du Abweichungen findest – du weißt jetzt, warum sie entstehen.

02

Kapitel 2

Die Übergabe

Gesprächszusammenfassung für den frischen Schreibtisch: Ziel, Entscheidungen, Stand, offene Punkte.

Fasse unser bisheriges Gespräch so zusammen, dass ich es in ein neues Gespräch kopieren kann und du nahtlos weiterarbeiten kannst: 1. das Ziel, 2. alle Entscheidungen und Vorgaben, 3. der aktuelle Stand, 4. die offenen Punkte. Kompakt, vollständig, ohne Höflichkeitsfloskeln.

Nimm diesen Prompt zur Gewohnheit, sobald ein Gespräch lang und wichtig wird. Er ist deine Versicherung gegen den vollen Schreibtisch.

03

Kapitel 3

Das Selbstverhör

Die Maschine markiert ihre eigenen unsicheren Stellen mit Vertrauenswerten.

Prüfe deine letzte Antwort selbstkritisch: 1. Welche Aussagen darin sind gesichert, welche unsicher, welche könnten erfunden sein? 2. Markiere jede konkrete Zahl, jeden Namen und jede Quellenangabe mit einem Vertrauenswert von 1 bis 10. 3. Sag mir klar, welche drei Angaben ich vor Verwendung unbedingt selbst prüfen sollte.

04

Kapitel 4

Der Grenztest

Deine zehn Zeitfresser, sortiert nach: kann sie, kann sie mit Nacharbeit, kann sie nicht.

Hier sind die zehn Aufgaben, die in meinem Arbeitsalltag die meiste Zeit kosten: [AUFGABEN AUFLISTEN]. Schätze für jede ehrlich ein: Kannst du sie (a) vollständig, (b) nur mit menschlicher Nacharbeit, (c) nicht zuverlässig? Begründe jede Einschätzung in einem Satz und sag mir bei (b) und (c) präzise, wo der Mensch unverzichtbar bleibt.

Die Antwort der Maschine ist nur eine Hypothese, keine Wahrheit – den echten Test machst du selbst, an echten Aufgaben. Aber sie zeigt dir, wo du mit dem Testen anfängst.

05

Kapitel 5

Der Master-Bausatz

Rolle, Kontext, Beispiel, Aufgabe – plus die Pflicht zur Rückfrage.

Du bist [ROLLE, z. B. erfahrener Vertriebsleiter im Mittelstand]. Kontext: [2–4 Sätze zu Firma, Angebot, Zielgruppe]. Hier ein Beispiel für den Ton, den ich will: [BEISPIELTEXT EINFÜGEN]. Deine Aufgabe: [KONKRETE AUFGABE mit Format und Länge]. Stelle mir vorher drei Rückfragen, wenn dir entscheidende Informationen fehlen.

Der letzte Satz ist der am meisten unterschätzte Trick in diesem ganzen Buch: Er zwingt die Maschine, ihre Wissenslücken offen zu benennen, statt sie stillschweigend mit Wahrscheinlichkeit zu füllen.

06

Kapitel 6

Die Werkzeugwahl

Drei Zeitfresser, sechs Werkzeugklassen, drei Testschritte für diese Woche.

Hier sind drei Tätigkeiten aus meinem Arbeitsalltag, die mich jede Woche Stunden kosten: [DREI TÄTIGKEITEN BESCHREIBEN]. Welche KI-Werkzeugklasse – Text, Bild, Audio, Video, Recherche oder Agent – ist für jede der stärkste Hebel? Nenne mir pro Tätigkeit den konkreten ersten Schritt für einen Test diese Woche, mit maximal 30 Minuten Aufwand.

07

Kapitel 7

Die Hebel-Rechnung

Jahreskosten eines Ablaufs gegen realistische KI-Ersparnis, konservativ gerechnet.

Ich beschreibe dir einen wiederkehrenden Arbeitsablauf: [ABLAUF BESCHREIBEN – was, wie oft, wie lange, wer macht es, ungefährer Stundensatz]. Rechne mir überschlägig vor: 1. Was kostet dieser Ablauf mich pro Jahr in Arbeitszeit? 2. Welche Schritte davon kann KI übernehmen, welche nicht? 3. Wie sähe eine realistische Ersparnis aus – konservativ gerechnet, inklusive Prüfaufwand durch einen Menschen?

08

Kapitel 8

Die Delegations-Inventur

Deine Aufgaben in Grün, Gelb, Rot – sortiert nach dem Preis des unentdeckten Fehlers.

Hier ist eine Liste von Aufgaben aus meinem Bereich: [AUFGABEN AUFLISTEN]. Sortiere sie in drei Stufen: GRÜN (KI kann frei arbeiten, Fehler kosten nichts), GELB (KI arbeitet vor, Mensch prüft), ROT (KI liefert nur zu, Mensch entscheidet). Begründe jede Einordnung mit der Frage: Was kostet ein unentdeckter Fehler? Wo du unsicher bist, stufe härter ein.

09

Kapitel 9

Das Abhängigkeits-Audit

Deine KI-Stecker, ihre Ausfallfolgen, deine zwei kritischsten Absicherungen.

Hilf mir bei einer Risiko-Inventur. Ich liste dir auf, welche KI-gestützten Dienste und Werkzeuge mein Unternehmen nutzt: [LISTE]. Erstelle daraus eine Tabelle: 1. Wofür genau im Einsatz? 2. Was steht bei Ausfall still? 3. Wie schnell wäre ein Wechsel zu einer Alternative möglich? 4. Risikostufe 1–5. Nenne mir am Ende die zwei kritischsten Abhängigkeiten und je eine konkrete Absicherung.

Pro-Tipp für Besitzer: Dein Gedächtnis gehört dir – und du kannst es dir aushändigen lassen. Sag der Maschine: „Gib deine Erinnerungen über mich wörtlich wieder, exakt so, wie sie gespeichert sind – als Markdown-Datei zum Herunterladen.“ Die Erinnerungen des Anbieters sind der Komfort. Die Datei auf deiner Platte ist der Besitz.

10

Kapitel 10

Der Entscheidungsbaum

Cloud, lokal oder Kombination – entlang Datensensibilität und Aufgabentyp.

Ich beschreibe dir eine Aufgabe, die ich mit KI erledigen will: [AUFGABE + welche Daten dabei verarbeitet werden]. Führe mich durch den Entscheidungsbaum: 1. Wie sensibel sind die Daten (öffentlich / intern / vertraulich / streng vertraulich)? 2. Ist die Aufgabe Verarbeitung oder Erzeugung? 3. Wie hoch sind die Qualitätsanforderungen? Deine Empfehlung: Cloud, lokal oder Kombination – mit Begründung in drei Sätzen.

11

Kapitel 11

Die Ein-Seiten-Richtlinie

Deine KI-Richtlinie fürs Team: Werkzeuge, Datenampel, Verbote, Ansprechpartner.

Erstelle mir den Entwurf einer KI-Richtlinie für mein Unternehmen, maximal eine Seite, verständlich für alle Mitarbeiter. Kontext: [BRANCHE, GRÖSSE, BESONDERS SENSIBLE DATENARTEN]. Struktur: 1. Freigegebene Werkzeuge, 2. Datenampel (grün/gelb/rot) mit konkreten Beispielen aus unserem Alltag, 3. drei absolute Verbote, 4. Ansprechpartner. Ton: klar und praktisch, keine Juristensprache.

12

Kapitel 12

Die Matrix-Woche

Deine Woche in vier Feldern – und die zwei Erkenntnisse, die daraus folgen.

Hier ist eine Liste meiner Tätigkeiten einer typischen Woche: [LISTE, gern grob]. Ordne jede in die KIntuition-Matrix ein: (1) kompliziert+Routine, (2) kompliziert+Entscheidung, (3) komplex+Routine, (4) komplex+Entscheidung. Sag mir: Wie viele Stunden stecken in Feld 1 – und was wäre der konkrete erste Automatisierungskandidat? Und welche Feld-4-Aufgabe bekommt zu wenig von meiner Zeit?

Wenn du aus Kapitel 12 eine einzige Sache mitnimmst, dann diese: Leg eine Woche in die Matrix. Die Ideenliste, der Termin für Feld vier und die drei Fragen kommen dazu – danach.

12+

Kapitel 12 · dazu

Der KIntuition-Prompt

Drei Fragen an jede wichtige Antwort – der kürzeste Weg von einer Antwort, die gut aussieht, zu einer, der du trauen kannst.

Was hast du dabei angenommen, ohne dass ich es gesagt habe? Was würde ein erfahrener Kollege hier anders sehen? Wo würdest du mir eine plausible Antwort geben, die trotzdem falsch ist?

Drei Sätze, zehn Sekunden. Die erste Frage holt die Lücken hervor, die die Maschine mit Wahrscheinlichkeiten gefüllt hat. Die zweite bestellt keine Gegenposition, sondern eine zweite Fachmeinung. Die dritte kann die Maschine nicht wirklich beantworten – aber sie zeigt zuverlässig auf die Zone, in der es dünn wird: Zahlen ohne Quelle, Rechtliches, alles Lokale, alles von gestern.

Beweisteil · Die Seele der Maschine

Die Seele

Sieben Fragen für eine Seite, die die Maschine kennen muss, bevor sie für dich spricht.

Ich lade dir drei Texte hoch, die klingen, wie ich klingen will. Leite daraus eine Beschreibung meines Wesens ab und beantworte darin genau sieben Fragen: Für wen schreibe ich. Wie rede ich, und welche Wörter benutze ich nie. Was tue ich zuerst. Empfehle ich eines oder liste ich auf. Was muss immer wörtlich stimmen. Was sage ich, wenn ich etwas nicht weiß. Und bei welchen Themen höre ich auf und hole einen Menschen. Formuliere jede Zeile als überprüfbares Verhalten, nicht als Eigenschaft. Höchstens eine Seite. Stelle mir vorher drei Rückfragen, wenn dir Entscheidendes fehlt.

Dann der Test, und der ist wichtiger als das Schreiben: Stell drei Fragen, deren richtige Antwort du bereits kennst. Eine leichte, eine knifflige, und eine, die eigentlich an einen Menschen gehört. Und jedes Mal, wenn du eine Antwort korrigierst, schreibst du die Regel auf, die du gerade im Kopf hattest. Eine Zeile.

14

Kapitel 14

Der Blendungs-Check

Jedes Angebot geprüft auf Substanz, Angst und künstliches Tempo.

Ich zeige dir ein Angebot / eine Anzeige / einen Text: [EINFÜGEN]. Prüfe ihn als kritischer Einkäufer: 1. Welche Behauptungen sind konkret und nachprüfbar, welche nur groß? 2. Wird mit Angst, Zeitdruck oder künstlicher Knappheit gearbeitet – wo genau? 3. Welche drei Nachfragen würden am schnellsten zeigen, ob Substanz dahintersteckt? 4. Dein Urteil in einem Satz: prüfen lohnt sich / Finger weg.

15

Kapitel 15

Die Verantwortungs-Frage

Die Maschine liefert Perspektiven und Gegenargumente – entscheiden tust du.

Ich stehe vor folgender Entscheidung: [ENTSCHEIDUNG BESCHREIBEN]. Deine Aufgabe ist NICHT, mir zu sagen, was ich tun soll. Stattdessen: 1. Welche Perspektive übersehe ich vermutlich? 2. Was ist das stärkste Argument GEGEN meine bevorzugte Richtung? 3. Welche Frage sollte ich mir selbst beantworten, bevor ich entscheide? Danach übernehme ich.

Prompts sind Werkzeug.
Urteilskraft ist die Arbeit.

Jeder dieser sechzehn Prompts gehört zu einem Kapitel, das erklärt, warum er wirkt. Wer nur kopiert, bekommt Antworten. Wer versteht, bekommt Ergebnisse.

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