Von Shenzhen nach Köln-Porz – und von dort auf die Buchmesse
Ende August 2026 kam Maurício Piper aus Shenzhen zurück. Er hatte dort für das China-Kapitel seines Buchs recherchiert, „Kintuition – Wissen, wann KI. Und wann Intuition.“ Mitgebracht hatte er eine Idee, die ihn nicht mehr losließ: Bei Lesungen sollte eine Maschine die Widmung ins Buch schreiben – und der Autor darunter unterschreiben.
Anfang September schrieb er Alexander Mühlens an. Mühlens ist Vice President bei igus®, leitet dort den Geschäftsbereich Automatisierungstechnik und Robotik (Low Cost Automation) und hat den RBTX-Marktplatz gegründet. Am 8. September 2026 saß Piper bei igus® in Köln-Porz am Tisch. Hinterher schrieb er: „Ich habe selten einen Termin so genossen.“
Ein Kapitel, das nicht geplant war
Aus dem Besuch wurde ein Kapitel. Kapitel 17 von „Kintuition“ heißt „Eine halbe Stunde von hier“ und folgt direkt auf die China-Kapitel. Es erzählt von einem Familienunternehmen, das 1964 in einer Doppelgarage in Köln-Mülheim begann, und von Roboterarmen aus Porz – genau dem, wonach der Autor in Shenzhen gesucht hatte. Am 17. September gab Alexander Mühlens das Kapitel frei. Im Buch steht dazu ein klarer Hinweis: igus® hat nichts bezahlt und keinen Einfluss auf den Text genommen; der Roboterarm ist eine Leihgabe.
Die Übergabe
Am 1. Oktober 2026 folgte die Übergabe in Köln. Sebastian Thorwarth-Kienbaum, Wirtschaftsingenieur im Vertrieb RBTX | Low Cost Automation West-Deutschland bei igus®, hatte einen FAIRINO FR3 aus dem igus® RBTX-Marktplatz als Leihgerät vorbereitet, samt Leihvertrag. Nico Ferin von igus® stellte das Programm bereit, mit dem der Arm in Bücher schreibt. Mit Zustimmung von Alexander Mühlens durfte Piper den Quellcode verwenden – und baute ihn kräftig aus: Schreibschrift, Zeichnungen, Demo-Bewegungen, Spiegelschrift wie Leonardo da Vinci und eine eigene Bühnenshow.
Fünf Stationen in vierzehn Tagen
Acht Tage nach der Übergabe stand der Arm zum ersten Mal vor Publikum: am 9. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. Es folgten Power of AI in der Motor World Köln am 18. Oktober, der Erscheinungstag von „60 Shades of Führung“ bei Thalia im Haus des Buches in Dresden am 19. Oktober, die BVMID Buch:TAUFE in München am 20. Oktober und die Buchtaufe im Business-Club SCR Altach in Vorarlberg am 22. Oktober.
In Dresden, München und Altach war Dr. Wolfgang Frick dabei, der Autor von „60 Shades of Führung“. Der Roboterarm schrieb die Widmungen in seine Bücher, Frick unterschrieb. In Altach kamen nach Fricks Dankesmail rund 350 Gäste.
Warum eine Maschine schreibt
Ein Industrieroboter, der Widmungen schreibt, klingt nach Effekt. Gemeint ist etwas anderes, und es ist die These des Buchs: Kintuition fragt, wann man der Maschine vertraut und wann dem eigenen Urteil. Am Signiertisch wird diese Frage sichtbar. Der Arm schreibt Zeile für Zeile, geduldig und gleichmäßig. Die Unterschrift setzt der Mensch. Im Buch heißt es dazu:
„Die Maschine macht den Teil, der sich wiederholt. Ich mache den Teil, für den ich geradestehe.“Maurício Piper, Kintuition
Für den FAIRINO FR3 aus dem RBTX-Marktplatz war es ein ungewohnter Einsatzort: keine Fertigungshalle, sondern Buchmesse, Buchhandlung und Bühne, mitten unter Leserinnen, Autoren und Unternehmern. Ab dem 18. November geht die Reise weiter, mit „KINTUITION LIVE“ am 20. November in der City-Buchhandlung Dormagen. Zu den Terminen der Lesereise.













